Faszination Malinois

Der Malinois, dessen ursprüngliche Verwendung im Hüten der Schafherden lag, ist ein wendiger, ausdauernder und sportlicher Hund, der nicht zuletzt durch seine Gesundheit glänzt.

 

Sein überschäumendes Temperament und seine stetige Arbeitsfreude sind das, was einen Malinois auszeichnet, ebenso seine stolze Haltung und sein ehrlicher Blick, der voller Liebe und Hingabe für seinen Hundeführer und die Familie ist. Er wird nicht zögern, diese in jeder Situation zu verteidigen.

 

Durch seine Intelligenz, Anpassungsfähigkeit und Sportlichkeit meistert er jede Art von Arbeit.

Seine schnelle Auffassungsgabe und sein unermüdlicher Lerneifer machen ihn zum idealen Partner im Hundesport.

 

Seinem Herrn gegenüber ist er sehr sensibel und man muß ihn mit viel Einfühlungsvermögen und Intelligenz aber auch mit viel Konsequenz erziehen.

Schlechte Erfahrungen vergißt er fast nie.

 

Für Haus und Hof ist er ein guter Wächter und er wird nicht zögern, Eindringlinge blitzschnell und hartnäckig zu vertreiben.

 

 

 

Auszug aus einem Artikel von Dr. med. vet. Y. Surget in Magazin Chien 2

 

“Der belgische Schäferhund und sein impulsiver Charakter bewirkt, daß sein Reaktionsvermögen einen großen Einfluss auf seine Stimulans hat. Für einen Neuanfänger sind die Eigenschaften überwältigend, zugleich aber nicht durchschaubar. Er ist ein aktiver Hund und dadurch immer auf der Wacht, zugleich ist er ein hingebungsvoller Hund und adoptiert seinen Herrn, den er nicht wechseln möchte. Ein Besitzerwechsel kann in einigen speziellen Fällen verwirrende Symptome bei ihm auslösen. In der Natur und zusammen mit seinem Herrn zeigt der Belgische Schäferhund eine spezifische Lebenslust und verhält sich anders als in seiner Umgebung. Leicht beeinflussbar und impulsiv zeigt er im gleichen Augenblick eine gewisse Nonchalance und die Eleganz eines Führerhundes. Zugleich ist er ein liebevoller Spielkamerad der jüngsten Familienmitglieder und ein guter Verteidiger seiner Familie. Die Festigung seines Charakters, der sehr gefühlvoll ist, braucht eine ruhige und milde Hand, die aber gleichzeitig mit einer bestimmten Stärke kombiniert werden muß. Zugleich müssen wir dem Hund freie Entfaltungsmöglichkeit geben, ohne Möglichkeit, Dominanz auszuspielen. Der Anfang ist, den Welpen mit der Außenwelt zu konfrontieren. Das muß geschehen, ohne den Welpen zu beeinflussen oder zu irritieren. Er wird sich korrekt aufführen und das ohne überraschende Reaktionen.”

 

 

 

Im November 1983 publizierte das belgische Magazin “Wouf” das Interview eines Journalisten, der eine Spezialausstellung in Zürich besuchte und schrieb:

 

“Ich fragte einige Rasseliebhaber, wieso sie gerade diese Rasse ausgewählt haben: Wir lieben unsere Belgischen Schäferhunde wegen ihrer Schönheit und Persönlichkeit, wir sind Individualisten, gleichzeitig lieben wir einen “Weiberhund”. Ich wollte wissen, wieso die Bezeichnung Weiberhund: mit lachendem Gesicht wurde mir erzählt, ein Weiberhund sei ein Hund, der sich gerne anschmiegt. Es ist natürlich nicht ein Idealhund, wenn sie das Außergewöhnliche suchen. Man muß den Hund verstehen, wenn sie damit arbeiten wollen. Möchte man wirklich mit einem Belgischen Schäferhund arbeiten, so müssen sie sich im Klaren sein, daß sie ein Präzisionswerkzeug besitzen und dementsprechend müssen sie vorgehen.

 

Sie vergessen nie, arbeiten sehr schnell, reagieren umgehend und sind nicht mit anderen Arbeitshunden zu vergleichen. Gibt es viele, die mit Belgischen Schäferhunden arbeiten? In jedem Land sind 80% der Rassehunde reine Familienhunde, beim Malinois ist es ein wenig anders und ich habe folgende Erfahrung damit gemacht: ich konnte diese Hunde streicheln, ohne gebissen zu werden. Habe aber auch gelernt, nie meine Hand einfach nach einem belgischen Schäferhund auszustrecken, den ich nicht kenne.”

Geschichte

In einer Spezialausgabe von La Dernière Heure vom August 1986 können wir vom 1. Vorsitzenden des Royal Groenendal Clubs, C. de Smet, lesen:

 

“Wenn wir die heutigen Belgischen Schäferhunde vergleichen mit den Zeichnungen und Bildern aus dem letzten Jahrhundert, sind wir erstaunt, daß die rassetypischen Merkmale sich nicht verändert haben. Der Belgische Schäferhund hat seine Entstehung als waschechter Arbeitshund nicht verloren. Durch seinen kurzen Körper kann er mit einem arabischen Vollblüter verglichen werden. Stilvoll in seinen Bewegungen und seinen Eigenschaften. Er zeigt Initiative, reagiert sehr rasch und spontan. Der Belgische Schäferhund ist grenzenlos hingebungsvoll und abhängig durch seinen Führer. Ein solcher Zusammenhalt zwischen Hund und Führer ist die Bedingung für seine angeborenen Möglichkeiten. Seine Qualitäten, Ausdruck und gut geformter Kopf, haben dazu geführt, seine Popularität im Ausland zu erhöhen. Eine Popularität, die trotzdem gewachsen ist ohne große Reklame der Rasse im Heimatland. Der Erfolg stützt sich alleine auf die ihm gegebenen Qualitäten. Er wurde nie so richtig gefördert, wie z.B. durch TV, Film und Shows, die wir von anderen Rassen kennen. Seit seiner Entstehung sind seine eigentlichen Eigenschaften untergeordnet, der Belgische Schäferhund hat sich selber weitergebildet zu einem guten Diensthund. Zum Beispiel bei Fährten, Verteidigung und Revierarbeiten vollbringt er außergewöhnliches, auch als Rettungshund oder in Unterordnung erobert er die ersten Plätze. Er beweist, daß er im Besitz von Dienshundequalitäten ist, zurückzuführen auf den typischen Körperbau eines Wolfes und die 100jährige Entwicklung, die das noch verstärkte.”

 

1891 wurde der Club du Chien de Berger Belge (Klub für Belgische Schäferhunde) unter der Schirmherrschaft der Societe Saint Hubertus gegründet.

 

Die Rassebeschreibung und der Standard wurden damals von Prof. Adolphe Reul (1849-1907) ausgearbeitet.

 

Die Farben variierten damals: schwarz, rotbraun, grau und gestromt; jedoch gab es keine weissen Hunde (wie es bei anderen Rassen vorkam).

 

1898 wurde die Einteilung in drei Varietäten vorgenommen und es wurde sogar kurzfristig überlegt, die Kurzhaarigen zu verbieten, da es ihnen angeblich an Stil fehlte. Prof. Reul, der damals der einzige Richter für Belgische Schäferhunde war, verteidigte die Kurzhaarigen als schöne und perfekte Ästheten mit aufgeweckter Intelligenz und einem bemerkenswerten Spürsinn.

 

1901 wurden die ersten Belgischen Schäferhunde ins belgische Zuchtbuch des Saint-Hubert (LOSH) eingetragen und die ersten Preise wurden bei den Kurzhaarigen an Tjop (WT: 01.11.1899) und Cora I (WT: 24.03.1887), Mutter von Tjop vergeben.

 

Der Züchter von Tjop war Louis Huyghebaert (Ehrenmitglied der Saint-Hubertus-Gesellschaft) aus Malinois oder Malines. Daher haben die Hunde ihren Namen.

 

1898 wurde innerhalb des Klubs für Belgische Schäferhunde in Malines ein Klub für Kurzhaarige gegründet.

 

Die Hunde sollten gute, intelligente Arbeitshunde sein, bei denen äussere Erscheinungen zweitrangig waren, obgleich 1899 nur noch die rotbraune Farbe für die Kurzhaarigen zugelassen war. Um 1900 wurde durch Inzucht die schwarze Maske beim Malinois gefestigt.

 

Die Stammeltern der Malinoiszucht waren die Laeken Vos und Lieske, über die die kurzhaarige, gestromte Diane entstand; gepaart mit dem graubraunen Samlo aus unbekannter Abstammung, entstand Tomy, der ein aussergewöhnlicher Wachhund war. Aus der Verpaarung von Tomy und Cora I, die 1903 den ersten Campagnepreis gewann, ging Tjop hervor.

 

Tjop, ein Hund von vorzüglicher Erscheinung, perfektem Knochenbau und Winkelungen, von guter Farbe aber ohne Maske, war ein sehr guter Arbeitshund; jedoch war er sehr nervös.

 

Dewet war der Sohn von Vos des Polders und Mouche und ist in fast jeder Malinois-Ahnentafel zu finden.

 

Ein ebenfalls wichtiger Rüde für die Gebrauchshundezucht war Snap (Fram de Jolimont), 1917 geboren.

 

Snap war ein sehr intelligenter Hund, der jedoch einen sehr aggressiven und bissigen Charakter hatte, welchen er von seinem Großvater väterlicherseits, Sips ter Heide (aus dem Zwinger von Louis Huyghebaert) erbte. Snap war sowohl im Ringsport, als auch in der Campagnearbeit ein Ass. Er war ein Arbeitshund mit aussergewöhnlichen Qualitäten und stand auch als Ausstellungshund vorne.

 

1920 wurden die strengen Zuchtbestimmungen aufgehoben und es durften wieder Hunde gleicher Haarart, aber verschiedener Farbe gekreuzt werden. Zwischen den Haararten durften Malinois mit Laeken verpaart werden Nach 1945 durften Malinois mit Laeken aber auch mit Tervueren verpaart werden, ebenso alle Farben bei den Kurzhaarigen, sowie alle Langhaarigen, ohne Rücksicht auf die Farbe.

 

Noch 1978 wurden die Farben wie folgt definiert: rot, schwarz, gestromt und die gesamte Skala von rot bis grau bis schwarz.

 

1989 wurde der Standard wie folgt geändert: der Malinois nur noch rot, mit schwarzem Anflug und schwarzer Maske. Der schwarze Malinois wurde nicht mehr anerkannt.

 

 

 

Der Ringsport in Belgien

 

 

 

In Belgien gewann niemals eine andere Rasse als die Belgischen Schäferhunde eine der drei wichtigsten Meisterschaften im Ringsport. Die erste Meisterschaft im Belgischen Ringsport wurde vom Belgischen Kennel Club organisiert und 1913 ausgetragen.

 

Sieger wurde der Groenendale Jules du Moulin, der ebenfalls 1914 gewann. Zweiter wurde ebenfalls ein Groenendael, dritter ein Tervueren und vierter wurde der Malinois Tom des Crosnes.

 

1927 und 1960/1961 gewannen Laeken den Titel – ansonsten gewannen seit dem ersten Weltkrieg nur Malinois. 1950 belegt ein Bouviers des Flandres den 2. Platz.

 

Hunde, die mehr als dreimal den Titel holten, waren: Snap in den dreissiger Jahren, Jack de Beka in den Endvierzigern, Torro van`t Rolushof in den Sechzigern, Rex van de Welkom in den Endsechzigern und Alk mit 5 Siegen in den Siebzigern.

 

Der „grosse Preis von Belgien“ wurde 1926 von der Societe Saint-Hubertus eingeführt, welchen im ersten Jahr die Malinoishündin Sadi gewann. Den zweiten Platz belegt Samox. Die Papiere beider Hunde wurden nicht anerkannt und sie wurden unter anderem Namen im Zuchtbuch des Saint-Hubert registriert.

 

Der „grosse Preis von Belgien“ wurde immer von Malinois gewonnen, bis auf zwei Ausnahmen: 1929 teilte sich ein Malinois den Titel mit einem Groenendael und 1952 gewann der Tervueren Xavier, der Malinois-Eltern hatte.

 

Das beste Ergebnis von Nichtbelgiern beim „Grossen Preis von Belgien“ war 1935 ein zweiter Platz für einen DSH und 1952 von einem Bouvier des Flandres.

 

Metteko und Clip gewannen den Titel mehr als viermal. Metteko in den Siebzigern und Clip in den Achtzigern.

 

Sirol war ein sehr harter und sturer Hund, dem es an Sauberkeit im Schutzdienst mangelte, weshalb er auch 1947 und 1949 den letzten Platz auf der Belgischen Siegerprüfung belegte. 1951 schaffte er dann den zweiten Platz.

 

Der Vater von Sirol war Ecapi de Gand Rabot, welcher aus Egor und Iris de Grand Rabot stammte. Die Mutter war Raak, deren Eltern Gladiateur de l`Ecaillon und Lutina waren. Gladiateur war auch der Vater von Ideal und Ivan de l`Ecaillon, welche sehr schöne, aber auch sehr aggressive Hunde waren.

 

Varack und Vabil van de Molenbeek und die Wurfgeschwister Cabil, Carak und Criquette waren die wohl berühmtesten Nachkommen von Sirol. Sie beeinflussten nachhaltig die Zucht in Belgien und Holland. Ganz besonders J. Vanderlinden, der den Zwinger „van de Oewas“ hatte.

 

Zu erwähnen sei hier Hab van der Oewas, der aus einer Geschwisterpaarung zwischen Carack und Criquette hervorging und dessen Sohn MissouFrank und Nopi waren jeweils Belgischer und Holländischer Meister und beides Söhne von Cabil und nicht zuletzt Kiener, dessen Vater Cam van Burgondie ein Sohn von Stoud, einem Bruder von Sirol, war.

 

Nach einem Streit über Ringregeln und anderes, entschieden sich die Antwerpener unabhängig zu werden und spalteten sich von der Societe Royale Saint-Hubert ab und bildeten einen Dissidenzverein, dem sich viele Arbeitsklubs und berühmte Hundefüher anschlossen: den nationaal Verbond der Belgischen Kynologen (NVBK).

 

Kiener, der 1963 noch den „grossen Preis von Belgien“ gewann, gewann dann beim NVBK drei Mal den Titel. Kiener, dessen Mutter Criquette war, war ein Enkel des berühmten und legendären Sirol, der grossen Einfluss auf die heutigen Gebrauchshundelinien hatte. Über Carak und Notter wurde mit Xjelaba und seinem Sohn Othar Noaillerie seine Blutlinie in Frankreich eingeführt. Ebenso über Cibo Meulderhof und dessen Sohn Ultra Domaine Caméléon. Weiter zählt zu seinen Nachfahren Sandor des Foudriots und vor allem Cartouche. Seine Nachkommen Ivan, Horsy des Deux Pottois, Athos und vor allem G`Bibber haben grossen Einfluss auf die Zucht.

 

Die wichtigsten Malinois-Arbeitszwinger im Kennelclub waren „du Thiriau“ mit den Champions Djeck und Sam, „du Rupel“ (Champions Flup, Jimmy und Margot) nach dem 1. Weltkrieg.

 

Nach dem 2. Weltkrieg waren die Zwinger „Van de Reep“ und „Van de Welkom“ am wichtigsten. Aus letzterem kam Flap, alias Blackie van de Welkom, der die Basis für die französische und Schweizer Arbeitsmalinoiszucht darstellte.

 

Die grossen Zwinger im Saint-Hubert:

 

Zwischen den Weltkriegen waren „des Hallattes“, „du Forgeron“ mit den Champions Abello und Benny und „De Grand Rabot“ mit den Champions Cèsar und Ecapi.

 

Nach dem 2. Weltkrieg waren die Zwinger „Fraternité“ mit den Champions Tibi, Rex und Rachid und „van de Molenbeek“ mit den Champions Snap, Varak, Vabil, Sito, Gary und Eros.

 

Wichtig auch der Zwinger „van de Oewa`s“ mit den Söhnen der Champions Carack, Cabil und Hab.

 

Unter den neueren Zwingern sind zu erwähnen: „des Deux Pottois“ von Herrn Luc Van Steenbrugge, in dessen Besitz G`Bibber war, der Belgischer Ringchampion 1987 wurde.

 

Heute sind die Zwinger „du Boscaille“ und „Hantjeshook“ sowie „Moulin Tombrock“ von Bedeutung.

 

 

 

Frankreich

 

Nach dem Krieg ist der Zwinger „du Bois d`Emblise“ von M. Poix zu erwähnen. Er verfügte über sehr gute Kontakte zum belgischen Kennelclub, weshalb der berühmte Flap zum Zuchteinsatz kam. Nach 1965 entstand der Zwinger „du Mouscronnais“ von Lèon Destailleur, aus dem Quacha Mouscronnais entsprang, der das französische Championat 1972 gewann und insgesamt 6 Mal an diesem teilnahm.

 

Drei weitere Arbeitschampions (Tzar, Utha und Teddy) brachte in den Siebzigern der Zwinger „de Ventadour“ hervor. Der Zwinger „du Turenfels“, der die Blutlinie von Rusky in die französische Zucht brachte, war ebenfalls ganz oben in der Leistung mit Vico und Urgo. Ein späterer Schönheitszwinger war Anfang der Siebziger auch mit zwei Arbeitschampions vertreten (Nelko und Urf) und zwar der Zwinger „du Mas des Lavandes“.

 

Flap, alias Blacky von Welkom, ein sehr schneller und sehr temperamentvoller Hund, kam stark durch seine Kinder Léopar-Léobardo und Nerk, Norban, Nesi und Nesina v. Greenstraat in die Zucht. Léopars Tochter Orane de Ventadour wurde mit dem Nerksohn Quacha du Mouscronnais verpaart. Aus Hündinnen dieser Verbindung entstanden drei sehr berühmte Zwinger und zwar „Fontaine du Buis“ mit der Ringchampionhündin Utha de Ventadour, „du Domaine Camélèon“ mit Wurfschwester Ulla und Uranie, mit der im Noailleriezwinger gezüchtet wurde.

 

Hunde aus der Flaplinie waren sehr schnell und temperamentvoll und sehr schön. Oft jedoch sehr führersensibel. Später wurde in diese Linie das Blut von Sirolnachkommen gekreuzt. Diese Hunde hatten ein sehr starkes Wesen und einen vollen Griff. Zum erstenmal wurde dieses Blut mit Xjelaba eingeführt, sein berühmtester Sohn war Othar Noaillerie, der 1981-1984 Championatssieger im Französischen Ring wurde.

 

Heute sind berühmte Zwinger: „des Loups Mutins“, „Cami Catheric“, „Creux Thatcher“, „Loups Mackenzie“ und weitere.

 

Später wurde NVBK-Blut über Cibo Meulderhof mit seinem berühmten Sohn Ultra Domaine Camélèon und Nardo, genannt Rocky eingeführt.

 

Auch wurden verstärkt Hunde aus dem Deux Pottois Zwinger importiert: Itusk und Ivan zum Beispiel.

 

Bekannte Hunde und Vererber sind unter anderem: Robin Fontaine Buis, Voltaire, Cheyenne des Loups Mutins, Dusty Clos de Savoie und G`Bang de la Virginie.

 

   

 

    Quellen:

 

     Karla Klapproth, Anne Weitz-Heeland, Jean-Marie Vanbutsele, Georges Van Ceulebroeck

 

     Von Stephanitz, Karl Hermann Finger, André Varlet/ Philippe de Wailly, Erna Bossi

 

     Mme Aubry, Yves Surget

 

Auszüge von Volker Riedel:

 

Über die Zeit von 1939-1945 gibt es wenig zu sagen, wenn nicht 1942 die Belgier, besorgt, dass sich die Erfahrung im 1. Weltkrieg wiederholen würde, eine Ausstellung für alle nationalen Rassen organisierten. Sie erreichten dort nur wenige Tiere und das schlimmste bleibt zu beklagen.

 

Der Malinois ist unbestritten sowohl belgisch, als auch französisch. Seit Ende des 19. Jahrhunderts züchtet der aus Lille stammende George Danna parallel zur belgischen Blutlinie, Kurzhaarige von bester Qualität unter Zwingername “Bois de la Deule”. Er beginnt 1903, sehr gut beraten von seinem großen Freund Louis Huygebart (Vater des Malinois) mit einem ersten Stamm, mit dem er aber nicht weiterzüchtete. 4 Jahre später kaufte er eine direkte Tochter von “Tjop”, auch eine Halbschwester von “Dewet” und basierend auf diese Verbindung erzeugte er beste Hunde. Der bekannteste ist “Fram du Bois de la Deule”. Champion von 1913. Er hörte gegen 1920 zu züchten auf. Um diese Zeit erschien eine neue Züchtung von französischen Malinois, die von Mademoiselle “de Parceval”. Sie prästentierte 1923 ihre erste Zuchtgruppe von “de Sommervieu”. Die Blutlinie wird mit der Zucht von “Ventadour” forgesetzt.

 

In den 50er Jahren wirkt Mr. Charbonnel entscheidend für die Rasse in Frankreich.

 

Im Jahr 1964 beginnt die Phase mit der hervorragendsten aller französischen Züchtungen: der “Mas des Lavandes” (Bernadette Auriant)

 

Seit dem Ende der 60er Jahre hat sich der Gegensatz zwischen Arbeitsbereitschaft und Schönheit stark fortentwickelt und es bestanden zwei deutlich unterschiedliche Hundebestände. Dies entstand einerseits durch eine Spezialisierung auf das eine oder andere Gebiet. Auf der anderen Seite standen die wiederholten MIsserfolge der Kreuzungen zwischen Arbeitshunden und schönen Hunden. Der Charakter und auch die Physis dieser beiden Hundetypen sind derart unterschiedlich, dass die Vereinigungsversuche frustrierend sind. Umso mehr als seit 1968 sich die Vorzeichen der Welle des Gebrauchs-Malinois ankündigen, die über Frankreich wogt und die noch bis zum heutigen Tage andauert. In diesem Jahr nehmen “Mulot” - der gefürchtete Hund von Léon Destailleur - und “Nelko du Mas des Lavandes” den zweiten und dritten Platz beim französischen Championat im Ring ein. Im folgenden Jahr gewinnt “Nelko” gefolgt von “Morgan”, “Mulot” und “Mistral” - einen weiteren Malinois. Drei Jahre später gewannen drei Malinois mit “Quacha du Mouscronnais”, “Nelko du Mas des Lavandes” und “Sandor du Mouscronnais”, gefolgt auf dem 5. Platz von “Rack du Mouscronnais”. Im Jahr 1973 siegte “Sandor” während die Malinois die Plätze 1, 4, 6, 7 und 8 einnahmen. Im Jahr 1974 erobern “Sandor”, “Urgo”, “Tzar de Ventadour” und “Vico du Boscaille” die Plätze 2, 3, 4 und 5. Ein Jahr später gewann “Urf du Mas des Lavendes” das Finale, gefolgt von “Urgo”, “Vico du Boscaille” und “Tzar de Ventadour”

 

In Deutschland war der erste eingetragene Malinois Ruka (aus Murky und Prisca von Turenfels), die belegt nach dem Arbeitsrüden Rusky am 10.01.1971 den ersten Malinois-Wurf in Deutschland (im Zwinger „Malinois-Lodge“) brachte.

 

Urgo von Turenfels, ein berühmter Ring III Finalist, war der Vater der Würfe B „vom Bäckerstüble“ 1974 und C „vom Bäckerstüble“ 1975. Die Welpen wurden fast alle ins Ausland verkauft und hatten Einfluss auf die Tervuerenzucht.

 

Im Zwinger „von der Valleyer Höhe“ wurde 1976 mit der importieren Hündin Etoile du Colombophile gezüchtet, Der Rüde Andre wurde in die Schweiz verkauft und war der Vater von Bessie Firedancer Kennel, die die Mutter des Jugendsiegers DM Bjelo vom Stutengarten war.

 

Dann wurde der Rüde Molosse, aus reinen Mouscronnaislinien importiert, der 50 Mal die SchH III absolvierte. 1980 fiel dann bei seinem Besitzer im Zwinger Sonnenstück der A-Wurf nach der französischen Importhündin Naja Bois Muduet.

 

Eine Hündin aus diesem Wurf, Anja, hatte 1982 einen Wurf nach der einzigen Deckung von dem SchH III Rüden D`Jack du Boscaille, der im Besitz von Peter Engel stand.

 

Aus diesem Wurf wurde Basti von der Hirtenfreude bekannt, die VDH-Champion wurde und Zuchthündin im Zwinger „Tettenbacher Schäferhof“ war.

 

Peter Engel, der mit den langhaarigen Belgischen Schäferhunden anfing, importierte Duchesse de Lancaumont (eine Tochter von Qu`Rack du Bois D`Emblese), Cris du Boscaille und die wohl wichtigste Hündin für die deutsche Zucht Erika des Deux Pottois. Damals noch im DKBS (Deutscher Klub für Belgische Schäferhunde), gründete Peter Engel am 26. Mai 1984 den DMC (Deutscher Malinois Club). Der DMC hatte sich zum Ziel gemacht, die herausragenden Eigenschaften des Malinois zu erhalten und zu fördern. Hierzu wurde die ZTP (Zuchttauglichkeitsprüfung) und die Körung eingeführt – die Körung bestanden nur die Besten.

 

Im Zwinger von Löwenfels wurde Erika des Deux Pottois mit dem Rüden Othis du Domaine de Maison Neuve gepaart und brachte die Nachkommen Crack, Cadix, Cliff, Canto und Cora. Aus der Verpaarung Erika des Deux Pottois und G`Vitou des Deux Pottois kamen Fico und Falko, sie wurden in Frankreich nach IPO III geführt und Fico war 1987-1989 französicher Meister und der letzte Europameister nach der FCI-Version.

 

Die Malinoiszucht in Deutschland basiert auf Hunden belgischer und französischer Abstammung – wobei einige Zuchttiere aus dem Zwinger „des Deux Pottois“ von Luc Vansteenbrugge stammen. Der wohl berühmteste Vererber aus diesem Zwinger ist G`Vitou des Deux Pottois.

 

In Deutschland setzten damals vor allem zwei Rüden Akzente in der Zucht: Oscar von Löwenfels und der G`Bibber-Sohn Kolos des Deux Pottois.

 

Zwinger waren u.a.:

 

„von Löwenfels“, „von der Wautz“, „vom Roten Falken“, „des Teutones“, „von der Breuker Heide“, „von Bonum Bono“, „Airport Hannover“, „vom Schnellen Fuchs“, „vom Forsthaus Augustdorf“, „von den Bösen Buben“, „vom Greifenring“, „von der Ihleburg“, „vom Haus Penz“,…..

 

1986 nahm mit Gayal des Deux Pottois zum ersten Mal ein Malinois an der Deutschen Meisterschaft teil.

 

 

 

Die Erfolge des Malinois ziehen auch durch Deutschland:

 

 

 

1990  Deutscher Meister Igor von Löwenfels mit Mary Louise Braymann

 

1992  Deutscher Meister Sam von Löwenfels mit Georg Schratzenstaller

 

1993  Deutscher Meister Onix von Löwenfels mit Anke Höpken

 

1994  Deutscher Meister Sam von Löwenfels mit Georg Schratzenstaller

 

1995  Deutscher Meister Zhara von Löwenfels mit Uwe Rader

 

1997  Deutscher Meister Emir des Teutones mit Paul Recktenwald

 

1998  Deutscher Meister Klemm vom Roten Falken mit Knut Fuchs

 

1999  Deutscher Meister Klemm vom Roten Falken mit Knut Fuchs

 

2000  Deutscher Meister Mustang mit Manfred Schmalzbauer

 

2002  Deutscher Meister Greck des Teutones mit Petra Sporrer

 

2003  Deutscher Meister Butsch v.d. bösen Nachbarschaft mit Theo Sporrer

 

2004  Deutscher Meister Butsch v.d. bösen Nachbarschaft mit Theo Sporrer

 

 

 

Ähnlich groß ist der Siegeszug des Malinois auf Veranstaltungen wie der FCI- Weltmeisterschaft u.a.

 

 

 

Die Sieger des DMC-Championates waren folgende:

 

 

 

1993 Arco van de Puttershoef mit Edgar Scherkl

 

1994 Arek von der Wautz mit Schweinsberg

 

1995 Bonsai vom Roten Falken mit Ursula Fuchs

 

1996 Ursus von Löwenfels mit Uli Morof

 

1997 Iron vom Roten Falken mit Uwe Schmidt

 

1998 Clip vom Roten Falken mit Armin Buschmann

 

1999 Face von den Bösen Buben mit Jürgen Ramming

 

2000 Saija von Löwenfels mit Rolf Weißenberger

 

2001 Gipsy von den Bösen Buben mit Sieglinde Eder

 

2002 Aika der Sonne entgegen mit Michael Manhart

 

2003 Alpha de Sauvage Chasseur mit Kim Hechler

 

2004 Aika der Sonne entgegen mit Michael Manhart

 

2005 Lupano`s Duke mit Markus Neutz

 

 

 

Quellen:

 

Karla Klapproth, Anne Weitz-Heeland, Jean-Marie Vanbutsele, Georges Van Ceulebroeck, André Varlet/ Philippe de Wailly, Erna Bossi, Mme Aubry, Yves Surget

 

                                                              @ Tanja Brandt

Sirol
Metteko
Clip
GBibber
OtharNaillerie